SUBOTRON pro games: Gamer als Unternehmer
Letzten Donnerstag sprach Dr. Karoline Simonitsch beim Subotron Infoabend über die Wege, die junge Unternehmer und Unternehmensgründer gehen können, um in der österreichischen Spielebranche Fuß zu fassen. Besonderer Fokus lag auf den zahlreichen Förderungen, die in Österreich für junge Unternehmer – besonders im Medienbereich – zur Verfügung stehen.
Nach einem kurzen Überblick, wie sich die Spielebranche selbst in den letzten Jahren entwickelt hat und welche neuen Bereiche (Casual Games, Social Games, Serious Games, etc.) hinzugekommen sind, wurde vermehrt darauf hingewiesen, dass auch Mädchen und Frauen – wie auch Senioren – zu immer größer werdenden Zielgruppen werden und deren Spielbedürfnisse nicht immer deckungsgleich mit denen der bereits bekannten Spielergruppen sind. Ein Aufruf an die jungen Entwickler war, diese “neuen” Gruppen in zukünftigen Designs nicht außer Acht zu lassen.
Der zweite Teil befasste sich konkreter mit dem Verfassen von Förderungsanträgen und wie diese eingereicht werden sollten, damit der Antrag nicht sofort abgelehnt wird, sondern gute Chancen hat, finanziell gefördert zu werden. Immer wieder wurde darauf hingewiesen, dass es wichtig ist, die Anträge nicht nur mit Zahlen zu füllen, sondern auch mit Geschichten. Was für ein Spiel wird da entwickelt, für wen und – besonders wichtig – von wem und mit welchem Hintergrund. Die Anträge werden an Menschen gepitched, die gerne mehr über das Projekt wissen möchten als dessen Dauer, Kosten und Anzahl der Mitarbeiter. Geschichten sollen gepitched werden, keine Zahlen.
Dennoch darf man die Zahlen nicht gänzlich außer Acht lassen – Dr. Karoline Simonitsch warnte davor, Anträge einzureichen, die über gar keine Daten verfügen. Gute Chancen hat ein Antrag, aus dem ersichtlich ist, dass das Entwicklerteam hinter dem Antrag weiß, wie lange die Entwicklung dauern wird und wie viel die Verwirklichung des Projektes im Endeffekt kosten wird. Jeder, der bereits an Spielen gearbeitet hat, weiß, dass diese Zahlen und Fakten relativ sind, da sich Parameter ändern und sich die Kosten überraschend verändern können. Dennoch ist der Hinweis “Das kommt darauf an.” ein sicheres Zeichen, dass dem Antrag nicht stattgegeben wird.
Ein ganz wichtiger Punkt, der ebenfalls erwähnt wurde, war der Faktor Zeit. Viele junge Entwickler planen in die ferne Zukunft. Sobald so ein Förderantrag gestellt ist, wird es jedoch ernst und es kann sehr rasch dazu kommen, dass der Antragsteller sich aus der Sicherheit eines Angestellten-Verhältnisses herausbewegen muss, um sich in die Unsicherheit der Selbständigkeit und des Unternehmertums zu begeben. Vielen ist dies nicht bewusst – und sie werden überrumpelt, ohne voraus geplant zu haben. Wichtig ist der finanzielle Puffer, den man haben sollte, bevor man sich in das Abenteuer “Spielentwicklung” stürzt. Wichtiger jedoch ist auch der familiäre Rückhalt – besonders in der Anfangszeit eines neuen Projektes. Nicht nur finanziell, sondern auch emotional.
Zusätzlich zu den Slides, die während des Vortrags verwendet wurden und mehr Information wie auch Kontaktadressen enthalten, lag auch der Leitfaden für Gründer und Gründerinnen auf, der bei vielen der aufgekommenen Fragen noch mehr ins Detail geht. Die Slides lassen sich im Archiv der Subotron-Seite finden.







28. März 2012 - 09:19
Der Gang in die Selbstständigkeit um sich diesem Hobby zu widmen ist schon eine oder zwei Überlegungen wert. Würde mich schon reizen, allerdings fehlen mir ein wenig die Kontakte die man braucht um sowas als ein Mann Unternehmen durchzuziehen. An “Distributoren” mangelt es ja in der heutigen Zeit eh nicht mehr, über Mobile Stores braucht man die de-fakto eh nicht (wenn man mal vom dann fehlenden Marketing absieht), und Steam gibts ja auch noch. Aber alles an einem Spiel selbst zu machen, das klappt nicht, da wird alles nur so halb. Dabei… Ideen gäbe es so viele
Und die Programmierarbeit könnt ich zur Not auch allein stemmen … hmmm…
29. März 2012 - 09:44
vielleicht erst mal ein spiel in der freizeit machen und dann erst überlegen, ob selbstständigkeit sinn machen würd!? ist bestimmt kein leichter schritt!
29. März 2012 - 10:01
Servus Thomas! Wenn Dich das Thema interessiert, würde es mich sehr freuen, wenn du mal auf meinem Blog “project:DEV” vorbei schaust. Dort befasse ich mich genau mit der Thematik und bin sehr dankbar über jede Art von Feedback! http://projectdev.humepage.at/
Herzlichen Dank!
29. März 2012 - 11:05
Ein Unternehmen im Alleingang zu starten, ist selten eine gute Idee. Auch darauf ist Frau Simonitsch ein wenig eingegangen. Nicht jeder kann alles und es ist sinnvoll, auch im rechtlichen Bereich jemanden zu haben, der unterstützen kann. Viel zu gerne wird das Marketing unterschätzt. “Distributionsplattformen” gibt es zahlreiche, aber auf denen kann man leicht untergehen, wenn man das Marketing und die PR außer Acht lässt. Bereiche in der Entwicklung “zur Not” können, ist auch nicht zielführend. Stattdessen solltest Du Dir jemanden ins Boot holen, der diesen Bereich ausreichend ausfüllen kann.
Und da ist auch der nächste wichtige Punkt – die Leute, die Du Dir ins Boot holst, müssen vertrauenswürdig sein. Keine Freunde, sondern vertrauenswürdig. Klingt hart, schützt aber vor Enttäuschung und emotionalem, wie auch finanziellem Schaden. Such Dir Leute, die mit dem gleichen Enthusiasmus und Arbeitseifer an das Projekt herangehen, wie Du selbst.
Der Hinweis vom Peter ist auch sehr gut. In der Freizeit an einem Spiel arbeiten gibt einen guten Überblick über Arbeitsumfang, welche Bereiche Du selbst nicht abdecken kannst und wie lange so ein Projekt ungefähr dauert, was notwendig ist, um die endgültigen Kosten zu berechnen.
Außerdem sollte man sich nicht in die Unternehmensgründung stürzen, ohne nicht schon bereits ein Spiel zu haben, bzw. in Arbeit zu haben.
29. März 2012 - 22:17
Also nur um das ins rechte Licht zu rücken: ich hab schon eine Handvoll Games in meiner Freizeit programmiert
30. März 2012 - 13:39
das hab ich nicht gewusst. also, game jam natürlich schon. aber so auch? cool!
30. März 2012 - 13:12
Na dann ist ja eine der Hürden bereits aus dem Weg geräumt. Dann wäre der nächste Schritt, sich über die Unternehmensgründung zu informieren. In den Slides von Frau Simonitsch lassen sich ein paar Links zur Unternehmensgründung finden. Hier findet man auch eine Link-Liste zur allgemeinen Information, den Förderungsmöglichkeiten und ein wenig mehr:
http://www.wien.gv.at/arbeit-wirtschaft/betriebe/