GDC2014

Für eine Woche, vom 17. – 21. März, übernahmen 24.000 Spieleentwickler die drei Häuserblocks rund um das berühmt-berüchtigte Moscone – GDC 2014.

Einmal im Jahr wird San Francisco Downtown von Spieleentwicklern aus aller Welt in die größte Konferenz für Spieleentwicklung weltweit übernommen. Eine Woche steht das Konferenzzentrum “Moscone” ganz im Zeichen von Spielen. Im Rahmen der Konferenz finden Talks, Panels und Round Tables statt. Es gibt einen Expobereich, in dem einerseits Spiele ausgestellt werden, unter anderem die für die IGF Awards nominierten Spiele, aber auch Firmen ihre Technologien ausstellen und Entwickler und Studios ihre neueste Software, Analysetools oder Hardware präsentieren. Der Career Floor bietet die Möglichkeit vor Ort Kontakt zu potentiellen Arbeitgebern aufzunehmen.

Dies war meine 2. GDC, dieses Jahr zum ersten Mal selbst als Entwicklerin und auch für in-ga.me vor Ort.

Die Woche der GDC ist neben den Möglichkeiten für Networking, Networking, Networking und sich über neue Technologien zu informieren, mit Kollegen Designs, Ideen, Entwicklungen zu diskutieren auch immer ein gutes Stimmungsbarometer. Was bewegt die Branche, was sind die Themen, die die Entwickler bewegen, was sind die neuen Trends?

Bis zu einem gewissen Grad sind die Stimmung, die man während der GDC einfängt natürlich abhängig von den Talks and Panels, die man auswählt, mit welchen Entwicklern man sich unterhält, welche Parties man besucht.

Für mich stachen in diesem Jahr zwei Themen besonders heraus:

Vielfalt, Frauen und Inklusion in der Gemeinschaft der Entwickler und auch der Darstellung von Charakteren.

Im technischen Bereich tauchte immer wieder Virtual Reality als Thema auf. Der Vergleich der Standgröße, an dem Oculus sich und ihre Tech präsentierte, war rund dreimal so groß wie der kleine Bereich, den sie im letzten Jahr innehatten.

Einer der größten Talks, bei dem die Entwickler Schlange standen um dabei zu sein, war der Talk, bei dem Sony ihr Virtual Reality Headset Project Morpheus vorstellte. Das Echo auf die Aquisition von Oculus durch Facebook eine Woche nach der GDC zeigte, welche Bedeutung dieser Entwicklung bereits beigemessen wurde.

Vielleicht etwas weniger laut, dafür aber in sehr vielen Bereichen repräsentiert, zeigte sich das Thema Vielfalt und Inklusion – sowohl in den Spielen selbst, als auch unter den Entwicklern. Sei es Integration von Geschlecht, Rasse oder dem großen Thema der Zugänglichkeit.

Ein ganzer Track im Rahmen der Hauptkonferenz (Mittwoch – Freitag) war rund um dieses Thema organisiert. In den Talks des “Advocacy tracks” wurden unter anderem Themen wie Frauen und Queer Themen in Spielen und der Entwicklergemeinschaft angesprochen. Ein Talk widmete sich dem Thema Depression, ein anderer beinhalte Minderheiten, ein anderer Seximus und das Thema was es heißt eine weibliche Entwicklerin zu sein und wie man mehr Frauen für unsere Branche begeistern kann.

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Aber auch abseits des spezielle dafür “zugewiesenen” Tracks tauchten diese Themen immer und immer wieder in den Talks auf.

Etwa im Narrative Summit, als Ubisofts Jull Murray und Hugo Giard darüber sprachen, wie sie die ernsthafte Dynamik der Sklaverei in den DLC Black Flag von Assassin’s Creed IV eingebaut haben, oder etwa im Talk über Männliche Sexualisierung von Michelle Clough.

Für mich hat die GDC 2014 mit ihren Talks und Panels einen deutlichen Trend gezeigt: Die Community ist sich bewusst, dass nicht alles “in bester Ordnung” ist, aber mehr als gewillt all dies aufzuzeigen, darüber zu reden und daran zu arbeiten und nach Lösungen zu suchen, die Situation zu verbessern.

Ich habe eine GDC erlebt, bei der emotionale Games, die vor einigen Jahren noch die große Frage aufgeworfen hätten “Ist das auch wirklich ein Spiel”, hochgelobt, gefeiert und einer der meistbesuchtesten Talks waren. Bei der die Indie Games Teil der Games Choice Awards waren. Eine GDC, auf der ich das erste Mal Schlagen auf den Damentoiletten sehen durfte (mehr Kontext dazu in meinem nächsten Artikel “Women in Games – GDC 2014″) und die Talks über all diese Themen zumindest so gut besucht waren wie die Talks von Mike Acton.

Jede Menge Fotos der GDC 2014 findte ihr im offiziellen Flickr unter www.flickr.com/photos/officialgdc!

Fotos: Official GDC, www.flickr.com/photos/officialgdc/ (CC BY 2.0)